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CSRD

Aktualisiert: März 2026 · Lesezeit: 1 Min.

Die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) ist die EU-Richtlinie für die Nachhaltigkeitsberichterstattung. Sie verpflichtet Unternehmen, nach den European Sustainability Reporting Standards (ESRS) über ESG-Themen zu berichten.

Einschätzung der ComplianceWerkstatt

Die CSRD ist eine Chance — für die Gesellschaft sowieso, aber auch für jedes einzelne Unternehmen. Wer die CSRD nutzt, um Prozesse zu hinterfragen und sich selbst zu verbessern, hat schon gegen diejenige Konkurrenz gewonnen, die das nicht tut. Das Omnibus-Paket verstärkt das noch: Sie haben jetzt mehr Zeit, sich aufzustellen, Systeme aufzubauen, Prozesse zu etablieren und einige Dry-Runs zu fahren. Nutzen Sie diese Zeit. Auch wenn Ihr Unternehmen (noch) nicht direkt betroffen ist: Die Anforderungen der großen Kunden werden weitergereicht. Das war schon beim LkSG so. Eine pragmatische Option für KMU ist der VSME-Standard — aber selbst ohne formale Pflicht kommen die Anfragen aus der Lieferkette.

Was ist die CSRD?

Die CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive, Richtlinie 2022/2464) ersetzt die frühere Non-Financial Reporting Directive (NFRD) und erweitert die Berichtspflichten erheblich. Unternehmen müssen nach den verbindlichen ESRS berichten – mit standardisierten Datenpunkten, vergleichbaren Kennzahlen und externer Prüfpflicht.

Das EU Omnibus-Paket (2026) hat die Schwellenwerte deutlich angehoben: Direkt berichtspflichtig sind nun Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitenden und über 450 Mio. EUR Umsatz. Damit fallen rund 80–90 % weniger Unternehmen unter die direkte CSRD-Pflicht.

Wer ist betroffen?

KriteriumVor OmnibusNach Omnibus (2026)
Mitarbeitende> 250> 1.000
Umsatz> 50 Mio. EUR> 450 Mio. EUR
Bilanzsumme> 25 Mio. EUR> 450 Mio. EUR
Geschätzte Betroffene (EU)~50.000~5.000–8.000

Warum ist die CSRD strategisch relevant?

Die CSRD schafft Transparenz – und Transparenz schafft Wettbewerbsvorteile. Unternehmen, die frühzeitig berichten, signalisieren Investoren, Banken und Kunden Verlässlichkeit. Die gesammelten Daten lassen sich für Energieeinsparungen, Lieferantensteuerung und Risikomanagement nutzen.

Auch nicht direkt betroffene KMU spüren die Auswirkungen: Große Unternehmen geben CSRD-Anforderungen über die Lieferkette weiter. Wer proaktiv Daten liefern kann, sichert Geschäftsbeziehungen.

Häufige Fehler

Omnibus als Freifahrtschein interpretieren

Das Omnibus-Paket reduziert die direkte Pflicht, aber die indirekten Anforderungen über Lieferketten bleiben bestehen. Wer jetzt aufhört, sich vorzubereiten, verliert den Vorsprung.

CSRD-Reporting als IT-Projekt behandeln

Die CSRD erfordert Zusammenarbeit von ESG, Controlling, HR, Einkauf und Geschäftsführung. Wer nur ein Tool beschafft, ohne Prozesse und Verantwortlichkeiten zu definieren, wird scheitern.

Erst kurz vor Deadline starten

Die Datenerhebung für den ersten CSRD-Bericht erfordert Vorlaufzeit. Mindestens ein Dry-Run vor dem Erstbericht ist dringend empfohlen, um Lücken frühzeitig zu identifizieren.

Quellen

Stand: März 2026. Dieser Glossar-Eintrag dient der Wissensvermittlung und stellt keine Rechtsberatung dar. Regulatorische Änderungen vorbehalten.

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