ESG & Nachhaltigkeit

ESG-Daten erfassen und KPIs messen

Welche ESG-Daten brauchen Sie wirklich – und wie machen Sie daraus steuerungsrelevante KPIs? 15 Kern-Kennzahlen, Dashboard-Aufbau mit Ampelsystem und ein 6-Wochen-Fahrplan für den Einstieg.

Inhaltsverzeichnis

Sie haben Ihre THG-Bilanz erstellt, die Wesentlichkeitsanalyse abgeschlossen und eine ESG-Strategie formuliert. Jetzt kommt der Teil, an dem die meisten Unternehmen ins Stocken geraten: Welche Daten erfassen wir eigentlich – und wie machen wir daraus steuerungsrelevante Kennzahlen? Dieser Artikel ist Teil unseres Leitfadens zum ESG-System-Aufbau – Phase 4: Messen und Steuern.

Die Antwort ist einfacher, als viele denken. Sie brauchen weder eine SaaS-Plattform für fünfstellige Jahresgebühren noch ein zehnköpfiges Nachhaltigkeitsteam. Was Sie brauchen: eine klare Struktur, die richtigen Datenpunkte und ein Dashboard, das Ihnen auf einen Blick zeigt, wo Sie stehen.

ESG messen: Was Sie erfassen müssen (und was nicht)

Der häufigste Fehler beim Einstieg in die ESG-Datenerfassung: zu viel auf einmal. Unternehmen versuchen, 200 Datenpunkte gleichzeitig zu erheben – und scheitern nach drei Monaten an der Komplexität. Der pragmatische Ansatz: Starten Sie mit 15–20 Kern-KPIs, die Ihre wesentlichen Themen abdecken.

Was „wesentlich“ ist, haben Sie idealerweise in der doppelten Wesentlichkeitsanalyse identifiziert. Falls nicht: Die folgende Aufteilung in E-, S- und G-Daten deckt die gängigsten Anforderungen ab – von Banken über Kunden bis zum VSME-Standard.

Entscheidend ist das Prinzip „Single Point of Truth“: eine zentrale Datenbasis, aus der alle Auswertungen gespeist werden. Keine Insellösungen, keine parallelen Excel-Dateien in verschiedenen Abteilungen. Ein Datenstamm, viele Auswertungen – für Bankgespräch, Lieferketten-Anfrage, EcoVadis und den internen Management Report.

E-Daten: Energie, Wasser, Abfall

Umweltdaten sind der Einstiegspunkt für die meisten Unternehmen – und der Bereich, in dem der Zusammenhang zwischen Datenerfassung und Kostensenkung am direktesten ist. Wer seinen Energieverbrauch kennt, findet Einsparpotenziale. Das ist kein ESG-Idealismus, das ist Controlling.

Datenpunkt

Einheit

Quelle

Frequenz

Stromverbrauch

kWh

Energieversorger / Zähler

Monatlich

Erdgas-/Heizenergieverbrauch

kWh

Energieversorger

Monatlich

Anteil erneuerbarer Energien

%

Stromvertrag / Herkunftsnachweis

Jährlich

Wasserverbrauch

Wasserversorger

Quartalsweise

Abfallaufkommen (gesamt)

Tonnen

Entsorger-Abrechnung

Quartalsweise

Recyclingquote

%

Entsorger-Nachweis

Jährlich

THG-Emissionen Scope 1+2

t CO₂e

THG-Bilanz

Jährlich

Value Creation: Ein mittelständischer Maschinenbauer erfasste erstmals systematisch seinen Stromverbrauch pro Fertigungslinie. Ergebnis: Eine Linie verbrauchte 34% mehr als vergleichbare Anlagen. Die Ursache – veraltete Druckluft-Kompressoren – war in zwei Monaten behoben. Jährliche Einsparung: über 12.000 Euro.

Praxis-Tipp: Beginnen Sie mit Energiedaten. Die Zahlen liegen auf Ihren Rechnungen. Kein Erhebungsaufwand, sofortiger Nutzen. Wasserverbrauch und Abfallmengen ergänzen Sie im zweiten Schritt.

S-Daten: Mitarbeiter, Fluktuation, Diversität

Soziale Kennzahlen wirken auf den ersten Blick „weicher“ als Umweltdaten. Doch für Banken, die nach SFDR-Kriterien bewerten, und für Kunden, die ihre Lieferkette nach dem LkSG absichern müssen, sind S-Daten genauso relevant. Und für Ihr Unternehmen selbst: Fluktuationskosten von 90–200% eines Jahresgehalts machen Mitarbeiterbindung zur betriebswirtschaftlichen Kernfrage.

Datenpunkt

Einheit

Quelle

Frequenz

Mitarbeiterzahl (Vollzeitäquivalente)

FTE

HR-System / Lohnbuchhaltung

Quartalsweise

Fluktuationsrate

%

HR-System

Jährlich

Krankheitsquote

%

HR-System

Quartalsweise

Arbeitsunfälle (LTIR)

Anzahl / 1 Mio. Std.

Arbeitssicherheit / BG

Jährlich

Weiterbildungsstunden pro MA

Stunden

Personalentwicklung

Jährlich

Frauenanteil (gesamt / Führung)

%

HR-System

Jährlich

Altersstruktur

Verteilung

HR-System

Jährlich

Wichtig: Die meisten dieser Daten haben Sie bereits – in Ihrem HR-System, in der Lohnbuchhaltung, in den BG-Meldungen. ESG-Datenerfassung bedeutet hier nicht „neue Daten erheben“, sondern „vorhandene Daten strukturiert zusammenführen“.

Besonders relevant für KMU: Die Fluktuationsrate und die Weiterbildungsintensität. Beide KPIs tauchen in praktisch jedem Banken-ESG-Fragebogen auf und sind gleichzeitig direkte Hebel für Ihre Wettbewerbsfähigkeit. Eine sinkende Fluktuationsrate senkt Recruiting-Kosten. Steigende Weiterbildungsstunden erhöhen die Produktivität. Das ist kein Reporting-Aufwand – das ist Personalcontrolling mit ESG-Label.

G-Daten: Policies, Schulungsquote, Vorfälle

Governance-Daten zeigen, ob Ihr Unternehmen nicht nur Regeln hat, sondern ob diese Regeln auch leben. Für Investoren und Geschäftspartner sind sie ein Vertrauensindikator: Wer seine Governance-KPIs kennt, hat sein Unternehmen im Griff.

Datenpunkt

Einheit

Quelle

Frequenz

Vorhandene Richtlinien (CoC, Anti-Korruption, Datenschutz, ESG)

Ja/Nein + Datum

Compliance / GF

Jährlich

Compliance-Schulungsquote

%

Schulungsmanagement

Jährlich

Gemeldete Compliance-Vorfälle

Anzahl

Hinweisgebersystem / Compliance

Quartalsweise

Hinweisgebersystem vorhanden

Ja/Nein

Compliance

Jährlich

Lieferanten mit ESG-Bewertung

% / Anzahl

Einkauf

Jährlich

Diversität Leitungsorgan

% Frauen

HR / GF

Jährlich

Einige G-Datenpunkte sind binär: Haben Sie einen Code of Conduct – ja oder nein? Andere sind quantitativ: Wie hoch ist die Schulungsquote? Die Kombination aus beidem ergibt ein vollständiges Governance-Bild.

Praxis-Tipp: Sie möchten alle E-, S- und G-Datenpunkte in einer strukturierten Vorlage erfassen? Die ESG-Datenpunkt-Erfassung Starter enthält alle relevanten Felder, Datenquellen und Erhebungsfrequenzen – sofort einsatzbereit in Excel. → ESG-Datenpunkt-Erfassung Starter ansehen – 49 €

Vom Datenpunkt zum KPI: Was wirklich zählt

Daten allein sind wertlos. Erst wenn Sie Rohdaten in steuerungsrelevante Kennzahlen übersetzen, entsteht Mehrwert. Der Unterschied: Ein Datenpunkt ist „42.000 kWh Stromverbrauch“. Ein KPI ist „Energieintensität: 525 kWh pro Mitarbeiter – Ziel: 480 kWh bis Q4“.

Gute ESG-KPIs erfüllen drei Kriterien:

  • Normiert: Absolute Zahlen sind wenig aussagekräftig. Setzen Sie Verbäuche ins Verhältnis – pro Mitarbeiter, pro Umsatz-Million, pro Produktionseinheit. So werden Werte vergleichbar, auch wenn Ihr Unternehmen wächst.

  • Zielgebunden: Jeder KPI braucht einen Zielwert und eine Frist. Ohne Ziel ist eine Kennzahl nur eine Zahl. Mit Ziel wird sie zum Steuerungsinstrument.

  • Handlungsfähig: Wenn ein KPI rot ist – wissen Sie dann, wer handeln muss und was zu tun ist? Falls nicht, ist der KPI zu abstrakt.

Die 15 Kern-KPIs für den Einstieg

Bereich

KPI

Formel / Berechnung

Typischer Zielkorridor KMU

E

Energieintensität

Gesamtenergie (kWh) / FTE

400–600 kWh/FTE (Büro), 2.000–5.000 (Produktion)

E

THG-Intensität

Scope 1+2 (t CO₂e) / Umsatz (Mio. €)

5–15 t/Mio. € (Dienstleistung), 20–80 (Produktion)

E

EE-Anteil

Erneuerbare Energie / Gesamtenergie

>50% (Strom), steigend

E

Abfall-Recyclingquote

Recycelter Abfall / Gesamtabfall

>60%

E

Wasserintensität

Wasserverbrauch (m³) / FTE

8–15 m³/FTE (Büro)

S

Fluktuationsrate

Abgänge / Ø Bestand × 100

<12% (Ziel: sinkend)

S

Krankheitsquote

Krankheitstage / Soll-Arbeitstage × 100

<5%

S

Weiterbildungsintensität

Schulungsstunden / FTE

>16 Std./FTE/Jahr

S

LTIR (Lost Time Injury Rate)

Arbeitsunfälle mit Ausfall / 1 Mio. Arbeitsstunden

<5 (Produktion), <1 (Büro)

S

Frauenanteil Führung

Frauen in Führung / Führungskräfte gesamt

>30% (Ziel: steigend)

G

Schulungsquote Compliance

Geschulte MA / Gesamt-MA × 100

>90%

G

Policy-Abdeckung

Vorhandene Kern-Policies / 6 Pflicht-Policies

100%

G

Lieferanten-ESG-Quote

ESG-bewertete Lieferanten / Top-Lieferanten

>50% der A-Lieferanten

G

Compliance-Vorfälle

Gemeldete Vorfälle im Berichtszeitraum

Transparent melden (kein „Ziel: 0“)

G

Hinweisgebersystem aktiv

Ja/Nein + Anzahl Meldungen

Ja + dokumentiert

Warum „Compliance-Vorfälle: Ziel 0“ ein Fehler ist: Ein Zielwert von null Vorfällen signalisiert nicht Integrität – sondern eine Kultur, in der niemand meldet. Besser: Transparente Meldung als Zeichen einer funktionierenden Compliance-Kultur. Die Zahl allein ist weniger relevant als der Umgang damit.

Diese 15 KPIs decken die Anforderungen des VSME-Standards (Basis- und Zusatzmodul), die gängigen Banken-ESG-Fragebögen und die Kern-Datenpunkte der ESRS ab. Für den Start reicht das völlig aus. Erweitern können Sie später – wenn die Basiserfassung läuft.

Praxis-Beispiel: Dienstleistungsunternehmen, 60 Mitarbeiter

Ein mittelständischer IT-Dienstleister mit 60 Mitarbeitern hat seine ESG-Datenerfassung in sechs Wochen aufgesetzt. Kein externer Berater, kein SaaS-Tool – nur Excel und die vorhandenen Systeme.

Woche 1–2: Energiedaten aus den Versorgerrechnungen der letzten zwei Jahre extrahiert. Ergebnis: 186.000 kWh Strom, 42.000 kWh Erdgas. Energieintensität: 3.800 kWh pro Mitarbeiter – deutlich über dem Branchenschnitt für Bürostandorte. Die Ursache: ein ineffizientes Klimasystem im Serverraum.

Woche 3–4: HR-Daten zusammengeführt. Fluktuationsrate: 18% – Alarmsignal. Weiterbildung: nur 8 Stunden pro Mitarbeiter. Schulungsquote Compliance: 62%. Alle drei KPIs sofort auf Rot.

Woche 5–6: Governance-Check: Code of Conduct vorhanden, aber seit 2019 nicht aktualisiert. Hinweisgebersystem: eingerichtet, aber intern nicht kommuniziert. Lieferanten-ESG-Quote: 0% – noch nie erhoben.

Das Ergebnis nach sechs Wochen: ein vollständiges ESG-Dashboard mit 15 KPIs, davon 4 grün, 6 gelb, 5 rot. Die roten Ampeln führten direkt in konkrete Maßnahmen: Klimasystem-Modernisierung (ROI nach 14 Monaten), Schulungsprogramm-Relaunch, Lieferanten-Erstbewertung der Top-20.

VSME und ESRS: Welche Datenpunkte für welchen Standard?

Mit den 15 Kern-KPIs sind Sie für die wichtigsten Standards und Anforderungen vorbereitet. Seit der Omnibus-Richtlinie (EU) 2026/470 gilt: Unternehmen unter 1.000 Mitarbeitern sind nicht mehr direkt CSRD-berichtspflichtig. Aber – und das ist der entscheidende Punkt – der VSME-Standard wirkt als „Value Chain Cap“. Das heißt: Ihre Großkunden dürfen maximal die VSME-Datenpunkte von Ihnen verlangen.

Die gute Nachricht: Die 15 KPIs aus der Tabelle oben decken das VSME-Basismodul nahezu vollständig ab. Sie berichten also nicht „für die Schublade“, sondern liefern genau die Daten, die Ihre Geschäftspartner brauchen. Wer darüber hinaus ESRS-Datenpunkte abdecken möchte – etwa für das Zusatzmodul oder eine freiwillige CSRD-Berichterstattung – erweitert die Erfassung schrittweise um spezifische ESRS-Metriken (z.B. ESRS E1-6 für THG-Emissionen, ESRS S1 für Arbeitnehmerbelange).

Die 3 häufigsten Fehler bei der ESG-Datenerfassung

Fehler 1: Zu viele Datenpunkte auf einmal. Der ESRS-Katalog enthält über 1.100 Datenpunkte. Für KMU ist das irrelevant. Starten Sie mit 15–20 KPIs und erweitern Sie gezielt, wenn die Basis läuft. Perfektion von Tag 1 führt zu Stillstand.

Fehler 2: Daten erheben, aber nicht nutzen. Viele Unternehmen sammeln ESG-Daten für den Jahresbericht – und schauen sie dann 12 Monate nicht an. Das ist wie ein Finanzbericht, den niemand liest. Integrieren Sie ESG-KPIs in Ihr Quartals-Reporting. Nur so werden Abweichungen früh erkannt.

Fehler 3: Kein Basisjahr definieren. Ohne Basisjahr keine Trendaussage. Legen Sie das erste vollständige Erhebungsjahr als Referenz fest. Alle zukünftigen Werte werden gegen dieses Basisjahr gemessen. Der VSME empfiehlt ein festes Basisjahr für THG-Daten – aber das Prinzip gilt für alle KPIs.

Sie haben die Datenpunkte, Sie haben die KPIs. Jetzt fehlt das Werkzeug, das aus Zahlenkolonnen eine Entscheidungsgrundlage macht: ein ESG-Dashboard. Kein BI-Tool, keine Software-Lizenz – ein gut strukturiertes Excel-Dashboard reicht für den Start völlig aus.

Die drei Säulen eines wirksamen Dashboards

1. Ampelsystem (Soll-Ist-Vergleich): Jeder KPI bekommt einen Zielwert. Grün = Ziel erreicht oder übertroffen. Gelb = Abweichung <10%, Handlungsbedarf erkennbar. Rot = Abweichung >10%, Maßnahme erforderlich. Das Ampelsystem macht das Dashboard für die Geschäftsführung lesbar – in 30 Sekunden erfasst man den Status aller 15 KPIs.

2. Trendlinien (Zeitvergleich): Einzelwerte sind Momentaufnahmen. Erst der Verlauf über Quartale und Jahre zeigt, ob sich Ihr Unternehmen in die richtige Richtung bewegt. Planen Sie von Beginn an eine Spalte für den Vorjahreswert und die prozentuale Veränderung ein. Nach zwei Jahren haben Sie eine belastbare Trendlinie.

3. Verantwortlichkeiten (Ownership): Jeder KPI braucht einen Namen – nicht eine Abteilung, sondern eine Person. Wer liefert die Daten? Wer ist verantwortlich, wenn die Ampel auf Rot springt? Ohne klare Ownership bleibt das Dashboard ein Dokument, das niemand pflegt.

Aufbau in der Praxis: 3 Reiter, 1 Dashboard

Reiter

Inhalt

Zielgruppe

Dashboard (Übersicht)

Alle 15 KPIs mit Ampel, Ist-Wert, Ziel-Wert, Trend-Pfeil, Verantwortlicher

Geschäftsführung

Datenblatt (Detail)

Rohdaten pro Quartal/Jahr, Berechnungsformeln, Datenquellen, Kommentarfeld

ESG-Koordinator

Zeitreihe (Trend)

Quartalswerte der letzten 8 Quartale, Vorjahresvergleich, Diagramme

Reporting / Vorstand

Praxis-Tipp: Das ESG KPI Dashboard enthält genau diesen Aufbau – mit vordefinierten Ampelformeln, Trendberechnung und Vorjahresvergleich. Alle 15 Kern-KPIs sind bereits hinterlegt, Sie müssen nur noch Ihre Daten eintragen. → ESG KPI Dashboard ansehen – 49 €

Erhebungsrhythmus: Nicht alles jeden Monat

Ein häufiger Fehler: Alle Daten monatlich erheben zu wollen. Das erzeugt Aufwand ohne Mehrwert. Planen Sie stattdessen gestaffelt:

Frequenz

Datenpunkte

Begründung

Monatlich

Strom, Gas, Wasser (wenn Zähler vorhanden)

Schnelle Abweichungserkennung, Kostenkontrolle

Quartalsweise

Mitarbeiterzahl, Krankheitsquote, Abfall, Compliance-Vorfälle

Genügend Datenbasis für Trends, vertretbarer Aufwand

Jährlich

THG-Bilanz, Fluktuation, Schulungsquote, Diversität, Policy-Check, Lieferanten-Quote

Erfordert Jahresabschluss-Daten, ändert sich nicht quartalsweise

Empfehlung: Starten Sie mit einer jährlichen Erhebung aller KPIs. Sobald die Basiserfassung steht, steigen Sie bei Energiedaten auf monatlich und bei HR-/Compliance-Daten auf quartalsweise um. Das ist der Rhythmus, den auch der VSME-Standard für die laufende Steuerung empfiehlt.

Von der Pflicht zum Steuerungsinstrument

Das Dashboard wird dann wertvoll, wenn es nicht nur für den Nachhaltigkeitsbericht existiert, sondern in bestehende Steuerungsprozesse einfließt:

  • Management Review: ESG-KPIs als fester Punkt im Quartals-Reporting an die Geschäftsführung – gleichberechtigt neben Umsatz, EBITDA und Liquidität. Mehr dazu im Artikel ESG Management Report.

  • Budgetplanung: THG-Daten mit internem CO₂-Preis in Investitionsentscheidungen einbeziehen. Eine Anlage, die 50 t CO₂e pro Jahr einspart, hat bei 100 €/t einen Wert von 5.000 € – jährlich.

  • Lieferantenmanagement: ESG-Bewertung als Kriterium in der Lieferantenauswahl – nicht als Ausschlusskriterium, sondern als Entwicklungsinstrument.

  • Maßnahmenableitung: Rote Ampeln führen automatisch in den Maßnahmenplan – mit Verantwortlichem, Frist und Zielwert.

Genau hier liegt der Unterschied zwischen „ESG-Daten sammeln“ und „ESG als Steuerungsinstrument nutzen“. Die Daten sind der Anfang. Die Integration in Entscheidungsprozesse ist der Hebel.


Nächster Schritt: ESG-Daten strukturiert erfassen und auswerten

Sie wissen jetzt, welche Datenpunkte relevant sind, wie Sie KPIs daraus ableiten und wie ein Dashboard aussehen muss. Was fehlt: die Umsetzung. Und genau dafür gibt es zwei Werkzeuge, die nahtlos zusammenarbeiten.

Die ESG-Datenpunkt-Erfassung Starter gibt Ihnen die Struktur: alle E-, S- und G-Datenpunkte mit Quellen, Einheiten und Erhebungsfrequenzen in einer Excel-Vorlage. Sie tragen Ihre Zahlen ein – fertig ist Ihre zentrale Datenbasis.

Das ESG KPI Dashboard macht aus diesen Daten steuerungsrelevante Kennzahlen: mit Ampelsystem, Trendberechnung, Vorjahresvergleich und Verantwortlichkeiten. In 30 Sekunden wissen Sie und Ihre Geschäftsführung, wo Ihr Unternehmen steht.

ESG-Datenpunkt-Erfassung Starter – 49 €

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Stand: Februar 2026. Dieser Artikel dient der fachlichen Orientierung und ersetzt keine individuelle Beratung. Regulatorische Änderungen vorbehalten.
MZ

Marvin Zimbelmann

Head of Governance, Risk & Compliance · MBA-Dozent · Podcast-Host

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