RisikomanagementStufe BFortgeschritten

Risiko-Taxonomie

Aktualisiert: März 2026 · Lesezeit: 1 Min.

Eine Risiko-Taxonomie ist ein strukturiertes Klassifikationssystem, das alle relevanten Risiken eines Unternehmens in Kategorien und Unterkategorien ordnet. Sie schafft eine gemeinsame Sprache für Risiken und verhindert, dass Risiken übersehen oder doppelt erfasst werden.

Einschätzung der ComplianceWerkstatt

Ohne Taxonomie ist ein Risikoregister eine unsortierte Sammlung. Die Taxonomie bringt Ordnung – aber sie muss zum Unternehmen passen. Ich empfehle: Starten Sie mit 5–7 Hauptkategorien (strategisch, operativ, finanziell, regulatorisch, IT/Cyber, Reputation, ESG) und verfeinern Sie bei Bedarf. Eine Taxonomie mit 50 Unterkategorien klingt professionell, wird aber in der Praxis nicht gepflegt. Die beste Taxonomie ist die, die Ihre Risk Owner tatsächlich nutzen.

Typische Risikokategorien

KategorieBeispiele
Strategische RisikenMarktveränderungen, Wettbewerb, M&A-Risiken
Operative RisikenProzessausfälle, Lieferkettenunterbrechung, Personalmangel
Finanzielle RisikenLiquidität, Währung, Kreditausfall
Regulatorische / Compliance-RisikenGesetzesverstöße, Bußgelder, Lizenzverlust
IT- und Cyber-RisikenCyberangriff, Datenverlust, Systemausfall
ESG-RisikenKlimarisiken, Menschenrechtsverletzungen, Governance-Mängel
ReputationsrisikenÖffentliche Kritik, Medienberichterstattung, Social Media

Risiko-Taxonomie und Standards

ISO 31000 empfiehlt eine systematische Risiko-Identifikation mit konsistenter Terminologie. COSO ERM bietet eine vordefinierte Kategorisierung, die als Ausgangspunkt dienen kann. Für die CSRD-Berichterstattung müssen ESG-Risiken als eigene Kategorie in der Taxonomie abgebildet sein.

Quellen

  • ISO 31000:2018 – Risikomanagement(2018)
  • COSO ERM Framework – Komponente „Risk Identification“(2017)

Stand: März 2026. Dieser Glossar-Eintrag dient der Wissensvermittlung und stellt keine Rechtsberatung dar. Regulatorische Änderungen vorbehalten.

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